Asiatische Hornisse

Bei der bei uns durch den Menschen eingeschleppten asiatischen Hornisse (lat. Vespa Velutina Nigrithorax) handelt es sich um eine nicht einheimische invasive Art. Eingeschleppt im Jahre 2004 in einem französischen Hafen, breitet Sie sich seither in Europa aus. In Deutschland wurden im Jahre 2014 erste Sichtungen dokumentiert. Seither breitet sich die asiatische Hornisse in Deutschland aus.

Die natürliche Vermehrung der asiatischen Hornisse ist auf eine starken Anstieg der Population ausgelegt. Aufgrund fehlender natürlicher Feinde kann sich die asiatische Hornisse nahezu ungebremst in unserer Natur ausbreiten. Nach derzeitigen Annahmen folgen auf ein Nest in diesem Jahr, drei bis sieben Nester im Folgejahr, was ein exponentielles Anwachsen der Population vermuten lässt.

Die asiatische Hornisse ist ein sehr guter Flieger und Jäger. Sie ist ein absoluter
Nahrungsgeneralist. Als ausgewachsenes Tier benötigt sie für sich selbst haupsächlich
Nahrung in Form von Kohlehydraten. Diese werden in Form von Pflanzennektar wie auch
stark zuckerhaltiger Früchte z.B. Trauben aber auch vom Menschen erzeugter
Süßspeisen gedeckt. Für die Ernährung der Brut wird aber eiweißhaltige Nahrung
gebraucht. Diese findet sie in Form von Insekten aber auch Tierkadavern oder
menschlicher Nahung. Auch als Gast von Grillparties und Festen wird sie häufiger zu
sehen sein. Im Verdauungstrakt wurden in einer Studie [1] mehr als 1.400 Insektenarten
nachgewiesen. Ein Nest benötigt etwa 10 bis 20 kg an Futter während einer Saison.
Die Populationen vieler unserer einheimischen Insekten (Spinen, Hummeln, Wildbienen, …) sind deshalb sehr angespannt. Einige unserer einheimischen Insekten sind Artenschutz rechtlich geschützt. Diese, unsere einheimischen Insekten stehen jetzt zusätzlich noch unter dem Jagd-Druck der asiatischen Hornisse.

Neben der Biodiversität stellt die asiatische Hornisse auch eine Gefahr für unsere Obst- und Weinbauern, sowie den Forst- und Gartenbau dar, ebenso der Bevölkerung. Als einen großen Staat bildete Art mit einem für uns Europäer unbekannten Gift, was bei einem Stich bis hin zum Nieren- und Organversagen führen kann, sollte die Gefahr, die von der asiatischen Hornisse ausgeht, nicht unterschätzt werden.

Um dieser Entwicklung aktiv entgegenzuwirken, hat der Imkerverein Oberkirch, gemeinsam mit dem BUND Renchtal eine Initiative zur Auffindung und Entfernung von Nestern im Wirkungskreis des Imkervereins gestartet. Wir verfügen über geschulte ImkerInnen die über das notwendige Fachwissen und die notwendige Ausrüstung verfügen, um Nester der asiatischen Hornisse sicher und sachgerecht zu entfernen. Unser Ziel ist es, so viele Nester wie möglich zu entfernen und die Verbreitung der asiatischen Hornisse zu mindern, einzudämmen oder sogar ganz zu unterbinden.

Folgende Maßnahmen ergreift der Imkerverein Oberkirch:

  • Sichtung und Verifizierung gemeldeter Nester
  • Dokumentation und Weitergabe an die zuständigen Stellen
  • Fachgerechte Entfernung bestätigter und verifizierter Nester
    (Die Nester werden von geschulten Nestferner beseitigt. Auftraggeber ist der betroffene Grundstücksbesitzer, Pächter, …)
  • Aufklärung der Bevölkerung über das Verhalten der asiatischen Hornisse und mögliche Schutzmaßnahmen.

Die Entfernung erfolgt unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und zum Schutz der Artenvielfalt.

Thomas Beissel, CC BY-NC-SA, unverändert
Embrional-/ Primärnest der asiatischen Hornisse
Thomas Beissel, CC BY-NC-SA, unverändert
Sekundärnest der asiatischen Hornisse
Thomas Beissel, CC BY-NC-SA, unverändert

Ausbreitung der asiatischen Hornisse

Unter folgenden Link finden Sie die aktuelle Ausbreitung der asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg.
Asiatische Hornisse Fundortkarte LUBW

Was kann ich unternehmen?

Wichtig: Wenn Sie ohne Anleitung einer geschulten Person agieren, seien Sie sehr vorsichtig! Bei der asiatischen Hornisse handelt es sich um ein große Nester bildendes Wesen mit für den Europäer unbekannten Gift. Stichereignisse können im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Auswirkung haben. Bei Gefahr können mehrere hundert Tiere das Nest verteidigen. Informieren Sie sich ausgiebig, handeln Sie mit äußerster Vorsicht und immer in einem Team von mindestens zwei Personen, welche alle eine ausreichende Schutzausrüstung tragen.

Abfangen von Königinnen im Frühjahr

Ähnlich wie bei einem Bienenvolk ist bei der asiatischen Hornisse die Königin für das Fortbestehen verantwortlich. Ohne eine fruchtbare Königin im Frühjahr kann das Volk sich nicht entwickeln und im Spätjahr die Fortpflanzung sicherstellen. Zum Jahresbeginn (Januar bis Mai, abhängig von der Witterung) sind ausschließlich Königinnen unterwegs. Die Königinnen suchen bei Flugwetter (ab ca. +5 °C) nach Nahrung. Über das Aufstellen von Locktöpfen können die Königinnen angelockt werden. Ein Abfangen und Töten der Königin unterbricht den Fortpflanzungskreislauf eines Volkes. Seien Sie bei diesem Vorgehen bedacht und achten Sie auf Ihren Eigenschutz!
Einige geschützte heimische Arten können leicht mit der asiatischen Hornisse verwechselt werden. Vor der Abtötung ist sicherzustellen, dass die Art eindeutig durch die zuständigen Behörden oder einer mit der Verifizierung beauftragte Dritte identifiziert wurde, um zu vermeiden, dass heimische und zum Teil geschützte Arten, wie die Europäische Hornisse oder die Mittlere Wespe, fälschlicherweise getötet werden.

Anleitung für ein richtiges Vorgehen im Frühjahr – Locktöpfe.
Asiatische Hornisse – Management Maßnahmen Land Baden-Württemberg.

Rezepte für Lockstoff im Frühjahr:

Rezept Frankreich
1⁄3 Weißwein (lieblich), 1⁄3 Bier, 1⁄3 Zuckersirup

Rezept Belgien
1⁄3 Bier, 1⁄3 Weißwein, 1⁄3 Himbeersirup

Galicisches Standardrezept
2/3 fermentiertes Wasser, 1/3 Zucker, Hefe (2 Tage im offenen Behälter gären lassen)

Ein weiteres Rezept
1⁄3 süßer Weißwein, 1⁄3 Himbeersirup, 1⁄3 Vitamalz

Asiatische Hornisse und europäische Hornisse
Foto: Reiner Jan, https://www.velutina.de/
Asiatische Hornisse und europäische Hornisse
Foto: Reiner Jan, https://www.velutina.de/

Nestsuche

In den Monaten von März bis September ist das Auffinden der Embrional-, Primär- und Sekundärnester das größte Problem. In dieser Zeit findet die Fortpflanzung des Tieres statt. Nester, die nach dem Laubfall im Oktober bis Dezember gemeldet werden, haben vermutlich schon die ersten Jung-Königinnen ausgesandt. Von einer Unterbrechung des Fortpflanzungszyklus kann daher nicht mehr gesprochen werden. Trotzdem ist die Meldung und die Entfernung der Nester aus heutiger Sicht sinnvoll.

Für das Auffinden von Nester über die Triangulationsmethode finden sich im weltweiten Netz viele Anleitungen. Ein beispielhafter Auszug:

Wichtig: Achten Sie auf Ihre persönliche Sicherheit. Tragen Sie immer die nötige persönliche Schutzausrüstung. Melden Sie die aufgefundenen Nestern der in Ihrem Bundesland zuständige Behörde. Entfernen Sie kein Nest, wenn Sie nicht den nötigen Fachkundenachweis besitzen!
Handeln Sie niemals alleine!

Gefahr – Nest der asiatischen Hornisse in Hecke.
Foto: Reiner Jan, https://www.velutina.de/
Asiatische Hornisse auf Gebäck
Foto: Reiner Jan, https://www.velutina.de/

Quellen

[1] Broad ecological threats of an invasive hornet revealed through a deep sequencing approach
Science of The Total Environment, 2025
DOI: https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2025.178978

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